Freitag, 17. Juli 2015

[Rezension] Cyberstorm - Matthew Mather

Endlich bin ich mal wieder zum Rezi schreiben gekommen und die nächste wird auch nicht all zu lange auf sich warten lassen ;)
Diese ist ein bisschen länger geworden und ich hoffe, ihr werdet von dem ganzen Text nicht erschlagen :D
Viel Spaß!

Allgemeines:
Titel: Cyberstorm
Originaltitel: Cyberstorm
Autor: Matthew  Mather
Übersetzer: Norbert Stöbe
Verlag: Heyne
Quelle (gilt ebenso für Cover und Klappentext)

Einleitung:
Das Buch habe ich irgendwann mal in einem Buchladen gesehen. Das Cover sah gar nicht schlecht aus. Zudem hat der Titel mich, bzw. meinen inneren Nerd, sofort angesprochen. Der Klappentext tat dann sein übriges und so wanderte das Buch zuerst auf meine Wunschliste und dann auf meinen SuB

Cover:
Das Cover ist auf den ersten Blick erst einmal ganz nett. Es hat mich angesprochen und das war im ersten Moment am wichtigsten. Bei näherer Betrachtung und bezogen auf den Inhalt, kann das Cover dann leider so überhaupt nicht mehr überzeugen. Wir sehen eine beleuchtete Großstadt. In dem Buch herrscht aber bis auf die ersten und letzten Seiten dauerhaft kein Strom, bzw. wenn dann nur vereinzelt und keine ganzen Gebäude. Weiterhin gibt es einen riesigen Schneesturm, der eine große Bedeutung im Buch hat. Auch von Schnee ist auf dem Cover leider nichts zu erkennen. Das Coverbild stellt also eher das Gegenteil dar, was ich nicht besonders gelungen finde. Das System Failure weist zwar auf den vorhandenen Zustand hin, spielt so in dem Buch aber eher eine Nebenrolle.
Insgesamt kann mich das Cover nach dem Lesen nicht mehr in voller gänze überzeugen.

Inhalt:
Mike Mitchell ist ein ganz gewöhnlicher New Yorker, der wie alle anderen auch mit den Tücken des Großstadtalltags kämpft: Stress im Job und Konflikte in der Familie. Doch all das verliert an Bedeutung, als eines Tages das Worst-Case-Szenario eintritt: Ein Schneesturm legt New York lahm, und dann fällt auch noch das Internet komplett aus. Schon bald begreift Mike, dass hier ein Krieg stattfindet – ein Cyberkrieg …

Puh, was soll ich sagen. Der Klappentext stimmt zwar an sich aber las sich irgendwie doch anders, als das Buch am Ende war. Es laß sich doch sehr stark danach, dass das Internet und der Ausfall eine sehr wichtige Rolle spielt. Es war allerdings relativ schnell klar, dass dem nicht so war.
Es fällt nicht nur das Internet sondern auch der Strom aus. Dies ist der eigentlich wichtige Punkt in der Geschichte. Durch den Stromausfall und den Schneesturm geht es fast ausschließlich um das Überleben in so einer Zeit. Der angesprochene Verdacht besteht zwar, hat aber nicht den Einfluss auf den Protagonisten, den ich nach dem Klappentext erwartet hätte. Seine Gedanken drehen sich eher darum, wer Schuld sein könnte und daraus bilden sich Vorurteile. Der Protagonist hat aber nicht direkt etwas mit damit zu tun und so war der Inhalt insgesamt sehr wenig Cyber und sehr viel (Snow-) Storm.

Charaktere:
Ich sitze gerade hier und weiß wirklich nicht so richtig, was ich schreiben soll. Ich hatte mit dem schreiben dieser Rezi knapp eine Woche gewartet, weil mich das Buch am Ende doch ein bisschen genervt hatte und ich hoffte, nach dieser Zeit wieder ein bisschen neutraler schreiben zu können. Jetzt im Nachhinein kann ich aber gar nicht mehr so viel zu den Charakteren sagen.
Jeder Charakter hatte seine feste Rolle. Das hat zwar im Kontext gut gepasst aber irgendwie war es mir im Nachhinein ein bisschen zu eindimensional, da man über die Personen auch gerne mal nur das Wichtigste erfahren hat.
Komischerweise sind mir zwei Nebencharaktere besser in Erinnerung als die beiden Hauptprotagonisten. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich deren Gedankengänge nicht immer perfekt nachvollziehen konnte oder sie Nebencharaktere eine sehr entscheidende Rolle in manchen Situationen gespielt haben.

Kritik:
Nachdem in den letzten Rezensionen relativ wenig Kritik steckte, wird hier wohl ein bisschen mehr kommen.
Fangen wir mal beim Inhalt an. Ich weiß nicht, ob man es vorher schon heraus lesen konnte , aber ich hatte egtl. was anderes erwartet. Der Inhalt war insgesamt sehr auf das überleben ohne Strom im Winter reduziert. Das Thema an sich kann man ja auch sehr gut ausarbeiten, aber dann soll man das meiner Meinung nach bitte nicht als „Cyberbuch“ verkaufen, wenn das „Cyber“ dabei nur ein Mittel zum Zweck ist.
Zusätzlich kam noch hinzu, dass ich keinen Höhepunkt im Buch finden konnte. Es ist die ganze Zeit vor sich hin geflossen und ich hatte das Gefühl, gleich kommt endlich der große Moment, wo irgendwas extremes, irgendwas spannendes passiert. Leider blieb der Moment aus. Die Story hat sich konstant weiterentwickelt aber das gewisse etwas fehlte leider. Insgesamt kam es mir dadurch eher wie eine Spannungsgerade anstatt einer Spannungskurve vor.
Der restliche Teil der Kritik geht hauptsächlich um das Ende, deswegen: Achtung Spoiler!
Fangen wir mal damit an, wer letztendlich hinter dem Angriff steckte. Wenn in der Realität irgendein System der USA gehackt wird, fällt der Verdacht IMMER zuerst auf entweder Russland, China oder den Iran. Wenn wir in der Realität schon solche Feindbilder haben, warum dann nicht auch im Buch nutzen? Was macht man allerdings als Autor, wenn man sich nicht für ein Feindbild entscheiden kann? Es sind einfach alle schuld! In der Auflösung haben Hackergruppen aus diesen drei Ländern zufällig zur gleichen Zeit einen Angriff gestartet und durch Zufall ist es dann erst zu diesen großen Stromausfällen etc. gekommen. Mir hat das nicht wirklich gefallen. Allein das bedienen der Feindbilder finde ich unschön, aber dann wirklich alle auf einmal? Ich weiß ja nicht. Gerade da zuvor gezeugt wurde, dass Feindbilder egtl. schlecht sind. Das ruiniert gleich wieder eine mögliche gute Botschaft des Buches.
Ein weiteres Thema war der Wiederaufbau. Etwa ein halbes Jahr später ist alles wieder in bester Ordnung und die Häuser sind auch fast schon wieder aufgebaut. Mir persönlich war das alles etwas schnell, besonders wenn ich es mit dem Buch „Blackout“ vergleiche. Dort war es (wenn ich es richtig in Erinnerung habe) nach einem halben Jahr noch lange nicht wieder so wie es vorher war. Mir erscheint dies auch deutlich logischer, da in der heutigen Zeit ein ein- bis zweiwöchiger Stromausfall wirklich verheerende Folgen haben müsste. Unsere Welt funktioniert leider nicht so wie ein Computer den man ausschalten kann und der dann nur relativ kurz zum wieder hochfahren brauch. Besonders wenn man bedenkt, dass nach Beschreibung des Buchs allein ein Manhattan ganze Häuserblocks abgebrannt und viele Leitungen geplatzt waren. Vielleicht mag es sogar so klappen, aber ich halte die „Blackoutversion“ doch für deutlich realistischer.
Auch zum Pro- und Epilog muss ich noch einmal etwas loswerden. Meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, hätte der Autor diese weggelassen. Der Epilog ist eins zu eins aus dem späteren Geschehen an den Anfang des Buches gesetzt worden. Dies mag manchmal sinnig sein, wenn die Szene etwas besonderes in der späteren Handlung ist oder dem Leser direkt etwas zum Anfang mitgibt. Leider war das bei diesem Prolog nicht der Fall. Während des Lesens versteht man noch nicht zu 100 Prozent, was da vor sich geht, kann es sich allerdings schon denken. In dieser Szene steckt kein Schlüsselereignis noch wäre sie sonst irgendwie besonders wichtig. Es ist eher eine „Alltagshandlung“ zu dem Zeitpunkt der Story. Deshalb wäre es meiner Meinung nach ohne Prolog besser gewesen, da man dann keine unnötige Dopplung gehabt hätte. Bei dem Epilog liegt das Problem dann an einer anderen Stelle. Ich hatte das Gefühl, der Autor wollte noch einmal seine ganze Fantasie rauslassen und ein Thema aufgreifen, auf welches er selber auch richtig Lust hätte. An sich kann das Thema auch sehr interessant sein, aber irgendwie standen seine Zukunftsvisionen dann doch im krassen Unterschied zu dem Überlebenskampf im Winter. Durch diesen starken Kontrast fühlte sich der Epilog für mich unnatürlich an und hat stark an Wirkung verloren.

What else?:
Nichts besonderes, also bleibt das Feld wohl leer.
Wobei... ich war schon erstaunt, wie lang die Kritik ausformuliert war. So viel an Kritik habe ich bis jetzt noch nie geschrieben.

Fazit:
Wirklich überragend war das Buch jetzt nicht. Wer sich durch meine ganze Kritik gelesen hat, wird wahrscheinlich auch verstehen, warum dieses Buch von mir keine gute Wertung bekommen kann. Es war nicht absolut daneben, weil es sich immerhin noch flüssig lesen lies. Deshalb kriegt es mehr als einen Punkt aber auch nur schwerlich mehr.
Wenn man nicht die Erwartung hat viel „Cyber“ in dem Buch zu finden und man ein Überlebensbuch erwartet kann es sein, dass es einem besser gefällt. Da ein Teil der Bewertung wohl auch durch meine Erwartung verursacht wurde, bekommt die Bewertung eine leichte Tendenz nach oben, damit dies ein bisschen ausgeglichen wird. Insgesamt landet diese Buch also bei:
2 von 5 Punkte mit leichter Tendenz nach oben

Ich hoffe mal, ich habe euch mit meiner ganzen Kritik nicht erschlagen ;)

Euer Büchernerd

Kommentare:

  1. Hey :)

    Erwartungen können einem echt ein ganzes Buch vermiesen. Vor allem wenn ungünstiger Titel und Klappentext ein ansatzweise gutes Buch schlecht machen :\

    Liebe Grüße ;)

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    1. Hey :)

      Ja, Erwartungen sind meist wirklich schlimm. Aber ab und zu treffen sie zum Glück ja auch zu :)
      Aber in solchen Fällen ist es wirklich schade :/

      Liebe Grüße :)

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  2. Von dem Buch hat mir letztes, glaube ich, jemand erzählt - allerdings vermutlich mit Teil der Endauflösung, das hat sich gerade bestätigt, als ich die erste Hälfte deines Spoilers durchgelesen habe (wozu mir übrigens dezent die Worte fehlen - sehr realistisch und tolerant). Die Idee an sich klingt zwar ganz gut (ein ähnliches Szenario habe ich auch mal ansatzweise überlegt), wirkt in der Umsetzung allerdings nicht besonders lesenswert. :/

    Liebe Grüße :)

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    1. Ja, die Auflösung war wirklich schlimm, weil ich ja noch die immer die Hoffnung hatte,dass immerhin das Ende noch ganz gut wird und dann sowas -.-
      Aber ich habe jetzt mittlerweile herausgefunden, was der Prolog bewirken sollte: Er sollte Lust auf die nächsten Bücher des Autors machen, welche sogesehen auf dem Prolog aufbauen. Bei mir hat das auf jeden Fall nicht geklappt :/
      In die Richtung gibt es bestimmt viele interessante Szenarien, zu denen man auch gut Geschichten schreiben kann, die Umsetzung und Zusammensetzung wollte mir aber diesmal irgendwie nicht gefallen ;/

      Liebe Grüße :)

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  3. Oh, das klingt ja irgendwie wirklich nicht so cool.Ich meine Cyber und dann gibt es keinen Strom? Das passt ja irgendwie nicht so gut. Und wer bitte arbeitet nur mit eindimensionalen Charakteren..

    Ah und wieso erinnert mich Worst-Case immer an AuD und die blöden Algorithmen? :D

    Liebe Grüße!

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    1. Ja, die Kombination ist wohl nicht ganz so einfach zu realisieren, möglich ist es dennoch. Als positiv Beispiel könnte ich z.B. Blackout nennen, da war es gut und einigermaßen realistisch umgesetzt ^^
      Habe ich egtl. schon die kälteimmunen und nicht auf Hilfe angewiesenen Russen erwähnt? :D Warum so viel Klischees bedient wurden mussten, weiß ich allerdings auch nicht...

      Das weiß ich leider wirklich nicht :D Vielleicht weil dir das Fach so viel Spaß macht, dass du bei guten Chancen daran denkst? :P

      Liebe Grüße :)

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